Myofascial Release – effektiv gegen chronische Verspannungen

By | 7. Juni 2017

Als eine der Techniken des Faszientrainings führt Myofascial Release zur Lösung von Verspannungen, welche tief im Bindegewebe sitzen. Diese machen sich im Alltag durch Schmerzen bemerkbar. Mit Hilfe von Faszienrollen kann die Technik auch in Eigenregie durchgeführt werden, ohne dafür erst die kostspielige Therapie bezahlen zu müssen.

Faszientraining – Allgemein

Unser Körper ist mit den sogenannten Faszien durchzogen, welche unsere Muskel und Organe umschließen und zusammenhalten. Diese bestehen aus eiweißhaltigen Strängen und einer klebrigen Flüssigkeit. Als Weichteil-Komponenten des Bindegewebes sorgen sie für die richtige Platzierung unserer Muskeln und Organe im Körper. Aufgrund von unzureichender Bewegung oder übermäßigem Training kann es mit der Zeit zu Verklebungen der Faszien kommen.
Myofascial Release Faszientraining 

Diese werden von den Betroffenen als Verspannungen und als Schmerzen wahrgenommen. Denn die Faszien besitzen zahlreiche Schmerzrezeptoren, welche sich sofort melden, wenn es zu Verspannungen oder gar zu Verklebungen der Faszien kommt. Sehr oft reichen herkömmliche Massagen leider nicht aus, um die Schmerzen zu lindern. Denn bei diesen handelt es sich um oberflächliche Eingriffe, sodass die aus drei Schichten bestehenden Faszien nicht richtig entlastet und durchblutet werden. In diesen Fällen kommt das Faszientraining sehr erfolgreich zum Einsatz. Denn dieses bewirkt eine Tiefenmanipulation des Gewebes. Es kann von Sportlern dazu angewendet werden, um die Muskeln auf das Training vorzubereiten und vor übermäßigen Belastungen zu schützen. Ansonsten ist dieses für alle Menschen geeignet, welche mit Muskelverspannungen und Schmerzen zu kämpfen haben. Beim Faszientraining werden mehrere verschiedene Techniken unterschieden. Eine davon ist auch die sog. Myofascial Release.

Myofascial Release

Bei der Myofascial Release handelt es sich um eine körpertherapeutische Einzelbehandlung, die dann eingesetzt wird, wenn die Symptome nicht durch die herkömmliche Krankengymnastik oder Massage zu lindern sind. Denn in diesem Fall handelt es sich meist um bindegewebige Verhärtungen und Restriktionen, welche eine gezielte Tiefengewebe-Technik erfordern. Vorher sollte jedoch unbedingt beim Arzt abgeklärt werden, ob die Schmerzen nicht auf Verletzungen zurückzuführen sind.

Durch Myofacial Release werden im Gegensatz zu den herkömmlichen Verfahren die dreidimensionalen Fasziensysteme gezielt und differenziert behandelt. Die Tiefenmanipulation des Gewebes wird durch manuelle Griffe erreicht. Dadurch kommt es zu einer Verbesserung der Beweglichkeit und der Verschiebbarkeit des Bindegewebes. Gleichzeitig werden die Gelenke entlastet.
Bei der Myofascial Release werden zunächst die Verdrehungen und Störungen sowie sichtbare Veränderungen und Verkürzungen der Bindegewebszüge vom Therapeuten ermittelt. Anschließend wird individuell und gezielt an diesen Stellen die Faszienmanipulation vorgenommen. Die Lösung des Gewebes erfolgt sowohl durch die Faszien-Stretch-Griffe des Therapeuten, als auch durch die Mikrobewegungen der behandelten Person. Auf diese Weise bekommt diese durch Myofascial Release ein vollkommen neues Gefühl für die eigenen Körperbewegungen. Myofascial Release ist jedoch sehr kostspielig, sodass viele Menschen die sogenannte Self-Myofascial-Methode bevorzugen. Diese verlangt jedoch nach der Anwendung von sogenannten Faszienrollen, welche das Faszientraining unterstützen und die Rolle des Therapeuten übernehmen.

 

Self Myofascial Release – Myofascial Release mit Faszienrollen

Bei den Faszienrollen handelt es sich um speziell entwickelte Rollen, welche beim Faszientraining zur Anwendung kommen. Es werden verschiedene Ausführungen unterschieden, welche sich voneinander sowohl durch den Hersteller, als auch durch Größe, Form und Härtegrad unterscheiden. Es gibt sie in verschiedenen Farben, mit und ohne Rillen oder mit Noppen. Daher sollte man sich bei der Auswahl der jeweiligen Faszienrollen etwas Zeit nehmen. Ist die Faszienrolle zu hart, kann das Faszientraining unter Umständen zu schmerzlich sein. Ist die Faszienrolle jedoch zu weich, bleibt das Myofascial Release erfolglos. Denn beim Faszientraining sollte man leichten Schmerz beim Abrollen der Faszienrolle verspüren. Der Schmerz sollte nicht zu stark sein, darf jedoch nicht fehlen. Ist dies nicht der Fall, sollte das Training mit einer härteren Faszienrolle durchgeführt werden.

So kompliziert die Auswahl der geeigneten Faszienrollen auch klingt, ist sie es auf keinem Fall. Die Unterschiede der Blackroll Faszien Rollen finden Sie hier. Denn die meisten Menschen können selbst sehr gut beurteilen, wie empfindlich die verspannten Körperstellen sind und wie viel Druck diese vertragen. Muskulöse Sportler wählen eher härtere Faszienrollen aus. Über die Größe der Faszienrolle jedoch entscheidet das Körpersegment, welches mit der Faszienrolle abgerollt werden muss.
Beim Myofascial Release wird die Faszienrolle einfach über die betroffene Körperstelle zehn bis fünfzehn Mal gerollt. Man kann entweder die Faszienrolle in die Hand nehmen und über die verspannte Stelle rollen als auch die Rolle auf den Boden unter die betroffene Körperpartie legen. In diesem Fall rollt der Körper über die Faszienrolle, wobei der Druck selbst durch abstützen angepasst wird. Bei Verspannungen im Rückenbereich kann man die Rolle auch zwischen den Rücken und die Wand platzieren. Die Faszien werden durch die rollenden Bewegungen massiert, wobei sich die verklebten Faszien voneinander lösen. Gleichzeitig wird deren Durchblutung angeregt sowie die Versorgung mit Nährstoffen verbessert. Die subjektive Besserung sollte bereits nach kurzer Zeit spürbar sein.

Diese Methode kann sowohl zu Hause als auch selbst am Arbeitsplatz angewendet werden, um die eigenen Verspannungen zu lösen. Für größere Muskelgruppen sollten große Faszienrollen zum Einsatz kommen, während für kleinere Muskelgruppen eher kleine Faszienrollen geeignet sind. Ansonsten sollte man mit dem Faszientraining schonend beginnen, da man auf diese Weise am schnellsten und einfachsten das richtige Gefühl für Myofascial Release entwickelt. Mit diesem kann man schließlich nicht nur die bereits bestehenden Schmerzen und Verspannungen loswerden, sondern den Langzeitfolgen der verklebten Faszien erfolgreich entgegenwirken.

 


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